Ich möchte in der Erde wühlen
Ich möchte in
der Erde wühlen

Ich möchte in
der Erde wühlen

Keimfreiheit, Sterilität, nur kein Kontakt mit Schmutz, Erde oder Natürlichem. Klar, die Werbung versucht zu suggerieren, dass Keimfreiheit auch gesund ist – mitneffen, äh mitnichten…

Begonnen hat alles mit einem großen Knall
Entstanden aus einem großen Feuerball

Aus Dreck und Staub sind wir geboren
Haben uns diesen Platz hier auserkoren

In Steinzeit und beim Neandertaler gab es keine saubere Stube
War nicht steril, nicht aufgeräumt, es war ne wilde Bude

Heute blitzt und blinkt die Wohnung, ist alles fein sortiert
Man fühlt sich hier doch wohler, als wenn das Chaos regiert

Refrain
Ich möchte gerne in der Erde wühlen
Mich mit der Welt verbunden fühlen
Ich hab Bezug zu einem Leben mitten in der Natur
Was ich hier täglich habe, ist für mich wie eine Kur

Die Werbung sagt uns deutlich, die Keime und der Dreck
Die sind für alle schädlich, die müssen alle weg

Bakterien, Pilze und die Vieren, vernichte sie komplett
Schau in die Küche, in das Bad und vergiss nicht dein Bett

Denn da sind kleine Tierchen drin, die dir dein Bett verkacken
Ich frag mich Leute, was ist los, wer hat denn hier die Macken

Natürlich sind manche Organismen lästig und nicht ohne
Doch es wird sie immer geben, egal wie und wo ich wohne

Refrain

Nun mag der Eindruck jetzt entstehen, das ich ein Schweinchen bin
Vielleicht ein klein bisschen schon, nur nicht in des Dreckes Sinn

Was will ich mit den Zeilen sagen, ich weiß es nicht genau
Vielleicht ist´s gut ein Schweinchen zu sein, und keine große Sau

Lasst die Kinder ruhig mal im Schlamm und Boden graben
Lass sie sich kräftig mal an Schmutzpartikeln laben

Der Unterschied von Dreck zu Dreck ist jedoch ein sehr großer
Denn Umweltschadstoff sollen es nicht sein, ob gebunden oder lose

Refrain

Es ist erwiesen, dass man gesünder lebt, in aufgeräumtem Zimmer
Auch sauber soll es natürlich sein, doch steril mach´s bitte nimmer

Beachte auch, dass wenn du kehrst, es der Dreck vor deiner Haustüre ist
Bei anderen schaut es immer schlimmer aus, doch das ist deren Mist

Mach dir ruhig deine Hände schmutzig, lass brechen deine Nägel
Du kannst sie wieder sauber waschen und lackieren ohne Mäkel

Frage dich mal, wie viele Menschen mit welcher Art Gefühlen
Für dich in diesem Boden ackern und in der Erde wühlen

Refrain

Es ist das Gang und Gäbe in der ländlichen Gegend
In der Großstadt freilich, ist es nicht grade erhebend

Wenn Kinder keine Tiere kennen, zur Kuh nur sagen Muh
Sie wissen sie nicht beim Namen zu nennen, nur dass sie lila ist noch dazu

Wenig menschliches, Enge, Lärm, Glas, Beton und Stein
Ohne Baukultur ragen die Riesen steril in den Himmel hinein

Kein Busch, kein Baum, nur pflegeleichtes Pflaster
Die Blätter sind Unrat, also doch nur ein Laster

Refrain

Auch wenn in der Stadt die Wege kürzer sind
So geht es doch schneller, vielleicht zu geschwind?

Es rast, es lärmt, es stinkt und man kennt sich hier kaum
Na gut, auf dem Lande hängt der Nachbar am Zaun

Er erzählt dir von gestern und von seiner großen Leidenschaft
Und machst du nicht mit, bist du raus aus der Gemeinschaft

Diesbezüglich fordert das Landleben manchmal schon sehr viel
So schön es auch ist, da wünschte ich mir manchmal, es wäre steril

Refrain – Ende

 

Tom Luc 2010

 

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